Wasser überall, und trotzdem Durst: Sauberes Trinkwasser Uganda
- Ritah
- vor 11 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
Wer zum ersten Mal auf die Ssese Inseln kommt, sieht vor allem eines: Wasser. Der Viktoriasee ist der größte See Afrikas, der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Er umgibt die Inseln von allen Seiten. Er glitzert am Morgen, er rauscht am Abend, er bestimmt das Leben hier seit Generationen. Fischerboote, Fähren, Kinder am Ufer. Wasser, wohin man blickt.
Und trotzdem ist sauberes Trinkwasser hier in Uganda eines der knappsten Güter überhaupt.
Das klingt wie ein Widerspruch. Es ist einer. Und genau dieser Widerspruch erzählt viel darüber, wie Armut funktioniert.

Der See gibt, und der See nimmt
Der Viktoriasee ernährt die Menschen auf den Inseln. Er ist Nahrungsquelle, Transportweg, Wirtschaftsraum. Aber sein Wasser ist kein Trinkwasser. Abwässer, Landwirtschaft, dichte Besiedlung an den Ufern und fehlende Infrastruktur haben dazu geführt, dass das Wasser, das die Inseln umgibt, krank machen kann. Typhus, Cholera, Durchfallerkrankungen: für Erwachsene eine Belastung, für kleine Kinder eine echte Gefahr.
Wer hier lebt, kennt die Rechnung: Wasser aus dem See muss abgekocht werden. Abkochen braucht Feuerholz oder Holzkohle. Beides kostet Geld, das viele Familien nicht haben. Also wird abgewogen. Jeden Tag. Und manchmal verliert die Vorsicht gegen die Notwendigkeit.
Es ist eine Form von Durst, die man auf den ersten Blick nicht sieht. Niemand steht hier vor einer ausgetrockneten Wasserstelle. Der Durst der Ssese Inseln ist leiser: Er versteckt sich in Krankheitstagen, in Schulfehlzeiten, in Arztkosten, in der ständigen Sorge von Eltern, ob das Wasser heute in Ordnung war.

Was sauberes Trinkwasser in Uganda mit unserer Schule zu tun hat
An unserer Bbanga Kindergarten and Primary School verbringen Kinder den größten Teil ihres Tages. Sie lernen, spielen, essen und sie trinken. Ein Kind, das den ganzen Tag lernt, braucht Wasser. Viel Wasser. Und es braucht Wasser, dem man vertrauen kann.
Wir haben in den vergangenen Jahren vieles versucht und vieles erreicht. Regenwassertanks sammeln das Wasser, das der Himmel schickt, und inzwischen gibt es an der Schule auch einen Leitungswasseranschluss. Filterstationen, teils selbst gebaut, teils angeschafft, machen das Wasser sicherer. Das war richtig und wichtig, und es hat uns weit gebracht.
Aber Regenwasser ist launisch. In der Trockenzeit sind die Tanks schneller leer, als uns lieb ist. Und auch das Leitungswasser ist kein Trinkwasser: Es kommt unbehandelt an und muss genauso aufbereitet werden wie das Wasser aus den Tanks. Filter allein erreichen nicht die Verlässlichkeit, die wir uns für eine Schule mit so vielen Kindern wünschen. Sicher genug war gestern. Wir wollen sicher.
Deshalb gehen wir jetzt den nächsten Schritt: eine eigene Wasseraufbereitungsanlage direkt an der Schule. Das Wasser durchläuft mehrere Filterstufen und wird am Ende mit UV-Licht entkeimt. Ohne Chemie, zuverlässig, jeden Tag. Bis zu 200 Liter sauberes Trinkwasser pro Stunde. Genug für jedes Kind, jeden Tag, in jeder Jahreszeit.

Warum uns das nicht loslässt
Man könnte sagen: Es geht nur um Wasser. Aber das stimmt nicht ganz. Es geht darum, was möglich wird, wenn eine Grundfrage endgültig beantwortet ist.
Ein Kind, das sauberes Wasser trinkt, wird seltener krank. Ein Kind, das seltener krank ist, fehlt seltener in der Schule. Ein Kind, das regelmäßig zur Schule kommt, lernt mehr. Und eine Familie, die sich um das Wasser keine Sorgen machen muss, hat den Kopf frei für andere Dinge. So unspektakulär beginnt Veränderung: mit einem Glas Wasser, das einfach nur in Ordnung ist.
Vielleicht ist das die eigentliche Antwort auf das Paradox der Ssese Inseln. Der See wird bleiben, was er ist: schön, mächtig, unberechenbar. Aber zumindest an einem Ort, an unserer Schule, soll Wasser bald keine offene Frage mehr sein. Sondern eine Selbstverständlichkeit, wie sie jedes Kind verdient.
Wer diesen Schritt mit uns gehen möchte: Alle Details zur Anlage und zur laufenden Spendenaktion gibt es hier: Sauberes Trinkwasser für unsere Schule. Bitte helft uns, jedem Kind an unserer Schule sauberes Trinkwasser zu schenken. Jeden Tag, in jeder Jahreszeit.





